WAS SIND CANNABIS-SOCIAL CLUBS?

In Cannabis-Social-Clubs (CSC) organisieren sich Cannabis-Konsumenten, um gemeinsam Hanf anzubauen. Der Erste Club wurde 2009 von Dominique Broc in Frankreich gegründet. Heute hat sich dieses Modell in ganz Europa verbreitet. Die Clubs berufen sich auf den Artikel 12 der Europäischen Menschenrechtskonvention, der es den europäischen Bürgern erlaubt sich für ihre Interessen zusammen zu schließen, wenn sie weder die öffentliche Ordnung noch die gesamtgesellschaftliche Gesundheit bedrohen. Sie sind als eingetragene, gemeinnützige Vereine organisiert und richten sich nach einem strengen Verhaltenskodex. Es wird nur soviel Cannabis angebaut, dass der jährliche Bedarf der Mitglieder gedeckt werden kann. Der Anbau erfolgt nach dem Prinzip der biologischen Landwirtschaft. Durch genaue Buchführung und kontrollierte Vergabe wird gewährleistet, dass es nicht zu einer Weitergabe von Cannabis an Dritte kommt. Transparenz, Demokratie und Nicht-Rentabilität sind Grundpfeiler der Cannabis-Social-Clubs.

WER KANN MITMACHEN?

Die meisten Mitglieder sind Personen, die an einer Krankheit leiden, bei der der Einsatz von Cannabis hilfreich sein kann. Wie zum Beispiel: Alzheimer, Epilepsie und Asthma sowie verschiedene Schmerzpatienten. Die Liste der „Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin“ (IACM) wird regelmäßig veröffentlicht und verschafft einen umfassenden Überblick. Aber auch gesunde Menschen, die sich für das Thema Interessieren und Cannabis konsumieren, können Mitglieder werden – vorausgesetzt sie sind über achtzehn Jahre alt. Manche Clubs beschäftigen auch professionelle Grower um Ihren Bedarf zu decken.

 

 

 

AMSTERDAM IM SONNENSCHEIN

In Spanien gibt es an die fünfhundert Cannabis-Social-Clubs. Dreihundert davon im Großraum Barcelona, was der katalonischen Stadt den Beinamen „Amsterdam mit Sonnenschein“ eingebracht hat. Die Gesetzeslage in Spanien begünstigt die Ausführung des Modells. Zwar ist der Handel mit Cannabis verboten, der Anbau und Konsum jedoch erlaubt. Allerdings nehmen einige Clubs den Vereinskodex nicht allzu genau und arbeiten profitorientiert. Einige werben sogar mit Tagesmitgliedschaften für Touristen. Diese Tatsache erregt immer wieder die Aufmerksamkeit der Behörden und ist einer positiven Entwicklung eher hinderlich, da dadurch auch immer wieder Cannabispatienten ins Kreuzfeuer der Justiz geraten.

UND IN ÖSTERREICH?

Aber auch hierzulande tut sich einiges. 2014 öffnete der Cannabis-Social-Club Salzburg, als erster im deutschsprachigen Raum, seine Pforten. Mittlerweile gibt es in Österreich acht Clubs welche im Dachverband Legal Europe organisiert sind. Sie beschäftigen sich mit Jugend- und Konsumentenschutz, vermitteln Patienten zu den richtigen Ärzten, halten Seminare und helfen Patienten bei Behördengängen und führen beratende Tätigkeiten aus. Nicht zuletzt bietet der Club auch die Möglichkeit eines sozialen Zentrums, in dem man sich mit Gleichgesinnten treffen und austauschen kann. Das Modell des Cannabis-Social-Clubs stellt einen verantwortungsbewussten und selbstbestimmten Umgang mit Cannabis dar. Da er den Schwarzmarkt nicht unterstützt und Jugendschutz gewährleistet, könnte diese Form der Cannabis Vergabe eine gute Variante nach der Legalisierung sein.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]