WO DAS BESTE CANNABIS WÄCHST

In den nahezu unzugänglichen Tälern und fast senkrechten Schluchten des Himalayas wachsen viele der weltweit besten Indica-Hanfsorten – und das teilweise sogar wild und so ausufernd, wie man es hierzulande nur von Brennnesseln kennt. Demensprechend schwer ist es auch, für das himalayische Dreiländereck Indien, Nepal und Tibet (bzw. China) straffe Drogengesetze bezüglich Anbau und Konsum von Cannabis durchzusetzen.

In einem vergangenen Blog haben wir euch bereits berichtet, dass der indische Gott Shiva unzertrennlich mit exzessivem Marihuana-Konsum verbunden ist. Der Legende nach befindet sich der Sitz des mächtigen Gottes im Himalaya, genauer gesagt am 6638 Meter hohen Berg Kailash, in dem von China besetzten Tibet. Als sich Lord Shiva am Anbeginn der Zeit dieses Plätzchen aussuchte, war von den grausamen politischen Machtspielen Chinas natürlich noch keine Rede. Und was das Kiffen anbelangt, kann man wohl sagen, dass Shiva bestens gewählt hat: Sind doch der Himalaya und seine Ausläufe bis heute ein absolutes Ganja-Eldorado.

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CHARAS: HASCHISCH DELUXE

Den Einheimischen ist spätestens seit den 1970er-Jahren, als sich der Hippie-Trail bis nach Indien durchschlängelte, klar, dass die reiselustigen „Westler“ ihrem feinen Ganja alles andere als abgeneigt sind. So verbringen viele Bauern seit Jahrzehnten ihre Tage mit der Ernte von Cannabis und dem Abreiben des noch frischen Harzes von den üppigen Blüten. So entsteht das sogenannte „Charas“. Charas ist eine Art Haschisch, das in mühevoller Handarbeit hergestellt wird. Dieses Haschisch gilt als eines der besten der Welt und demensprechend gut verkauft es sich nicht nur in Indien, sondern auch quer über den Globus. Und dennoch: Das Himalaya-Charas ist und bleibt verhältnismäßig rar. Zwar schätzt man, dass jährlich viele Tonnen Charas produziert werden, was allerdings im Vergleich zur Massenware des „industriell“ gewonnenem Haschisch und des genmanipuliertem Marihuanas noch immer wenig ist. Immerhin benötigen die zähen himalayischen Bauern rund 50 Cannabis-Blüten für nur 10 Gramm Charas. Ihre Technik zur Herstellung des reinen Charas hat sich seit vielen Jahrhunderten übrigens kaum verändert, so vermutet man.

DROGENKONTROLLE IM HIMALAYA

Marihuana, Charas und Co bleiben illegal in Indien und sind es auch seit wenigen Jahren in Nepal. Und doch ist es, wie anfangs erwähnt, für die Polizei nahezu unmöglich, Anbau, Konsum und Verkauf von Cannabis zu kontrollieren. Wie denn auch, wenn sich der indischstämmige Hanf in seinem Heimatland bei den optimalsten Bedingungen gar so wohl fühlt? Und den Bauern selbst wird man auch nicht so leicht habhaft, leben sie doch meist in versteckten Dörfern auf über 3000 m Seehöhe. In einem Terrain, das für Unkundige praktisch unbegehbar und manchmal mehre stunden- oder sogar tagelage Fußmärsche von der nächsten Straße entfernt ist. Im vergangenen Jahr, so berichten Einheimische entspannt, sei die Polizei nur zweimal dagewesen. Dieser Umstand wird die Bauern also auch in naher Zukunft nicht vom Anbau abhalten – immerhin bestreiten sie auch ihren gesamten Lebensunterhalt mit dem Anbau von Cannabis damit.

PROHIBITION FEHLGESCHLAGEN

Offiziell ist Cannabis als Droge in den meisten Ländern der Welt verboten, allerdings funktioniert die Prohibition in der privaten Praxis kaum. Indien war 1985 eines der „letzten“ Länder, das Cannabis offiziell als illegal erklärt hat, was angesichts der langen Kulturgeschichte von Hanf gerade in Indien paradox anmutet. Denn abgesehen von dem überlebenswichtigen Einkommen der Bergbauern bis hin zum florierenden Schwarzmarkt für Touristen, ist Cannabis oftmals ein bedeutendes Element der religiösen Rituale und Feste Indiens.