Der Anbau und die Pflege Deiner Cannabispflanzen haben viel Zeit beansprucht. Nach der lang ersehnten Ernte wirst Du jedoch beim Trocknen und Aushärten Deiner Buds noch einmal Arbeit und Geduld investieren müssen. Denn nur so bekommen die Blüten einen hervorragenden Geschmack und entfalten die gewünschte Wirkung.

Bevor Du mit dem Trocknen Deiner Cannabisblüten beginnst, musst Du Dich zwischen dem Nass- und Trockentrimmen entscheiden. Nasstrimmen bedeutet, dass Du das Blattwerk wie die Fächerblätter rund um Deine Blüten direkt nach der Ernte entfernst. Das hat den Vorteil, dass Deine Blüten schneller trocknen.

Die meisten Grower bevorzugen allerdings das Trockentrimmen, also das Entfernen des Blattmaterials nach dem Trocknungsprozess, weil dies die Qualität der Buds verbessern soll. Hierbei musst Du jedoch die Bedingungen im Trockenraum kontrollieren, da die Blüten viel Feuchtigkeit enthalten und sich dementsprechend Schimmel bilden kann.

Aufhängen der Zweige und Trocknen der Buds

Entscheidest Du Dich für das Trockentrimmen, musst Du die abgeschnittenen Zweige zum Trocknen aufhängen. Ein Hängegestell baust Du Dir mit einer Wäscheleine oder einem ähnlichen Seil, das Du in Deinem Trockenraum spannst. Alternativ kannst Du auch ein Gestell (z. B. Wäschereck) nutzen. Hänge dann die Zweige kopfüber an die Leine oder das Gestell und lass zwischen den einzelnen Zweigen ausreichend Abstand, damit die Luft hier zirkulieren kann.

Beim Nasstrimmen befreist Du zunächst die Blüten vorsichtig vom Blattwerk. Lege die Blüten dann mit ausreichend Abstand auf die Flachbetten eines Flat Racks. Es gibt alternativ auch Trockennetze mit mehreren Ebenen zum Aufhängen, die sich ebenfalls zum Trocknen der Blüten eignen. Von Vorteil ist hier, dass sie sehr platzsparend sind.

Kontrolliere die Bedingungen im Trockenraum

Die richtige Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit im Trockenraum sind extrem wichtig. Denn nur so stellst Du sicher, dass die Blüten das volle Aroma entfalten können. Trocknen die Blüten bei hoher Temperatur zu schnell, kann sich der Pflanzenstoff Chlorophyll nicht abbauen. Die Buds nehmen dann einen dunklen Grünton an und werden so trocken, sodass sie beim Grinden staubig werden.

Lass Deine Cannabisblüten bei einer Temperatur von ca. 20 Grad Celsius langsam trocknen. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 50 Prozent betragen, sodass die Blüten ganz in Ruhe auslüften können. Wenn Du einen Ventilator nutzen möchtest, richte diesen bitte nicht direkt auf die Blüten, da diese sonst zu schnell und ungleichmäßig austrocknen.

Dein Trockenraum sollte außerdem dunkel sein, denn Licht beschleunigt den Abbau der wertvollen Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sowie der Terpene (Aromastoffe).

Wie lange brauchen Cannabisblüten zum Trocknen?

In der Regel brauchen Cannabisblüten 7 bis 12 Tage zum Trocknen. Allerdings ist dies abhängig von der Größe der Blüten und den klimatischen Bedingungen im Trockenraum. Demzufolge kann der Trocknungsprozess auch länger dauern.

Wenn sich die Blüten relativ hart anfühlen und sich die Zweige gut biegen lassen, aber nicht vollständig abbrechen, hat sich der Feuchtigkeitsgehalt von etwa 80 Prozent auf ungefähr 25 bis 30 Prozent reduziert. Sofern Du Dich für das Trockentrimmen entschieden hast, ist es jetzt Zeit, das Blattmaterial rund um die Buds zu entfernen.

Kontrolliere Deine Blüten während des Trocknungsprozesses täglich. Sollte sich an einer Blüte Schimmel gebildet haben, vernichte diese. Beachte, dass mit Schimmelpilzen kontaminierte Blüten nicht zur Weiterverarbeitung oder zum Konsum geeignet sind und die Gesundheit gefährden können.

Video: Tipps zum Trocknen von Cannabis

Aushärtung der Cannabisblüten

Du hast die aufwendige Anbauzeit und die Trocknungsphase nun überstanden. Sicherlich würdest Du jetzt gerne Deine selbstgezogenen Buds genießen, was durchaus möglich, aber nicht empfehlenswert ist. Da sich immer noch eine Restfeuchtigkeit in den Blüten befindet, erwartet Dich ein rauer Zug, der nicht sonderlicher gut schmeckt.

Wenn Du das Beste aus Deinen Blüten herausholen möchtest, wirst Du noch mehr Geduld aufbringen müssen. Denn während des Aushärtungsprozesses wird die Restfeuchtigkeit in den Blüten entfernt. Hierdurch bekommst Du Buds, die einen fantastisch weichen und aromastarken Rauch bieten. Außerdem verlängerst Du die Haltbarkeit Deiner Buds und verringerst das Risiko von Schimmelbildung.

Beginne mit dem Aushärtungsprozess wirklich erst dann, wenn die Blüten gut getrocknet sind. Gehe dann wie folgt vor:

  1. Lege die Blüten vorsichtig in einen luftdichten Behälter (z. B. Einmach- oder Marmeladenglas) und achte darauf, dass sie nicht zerdrückt werden. Die Gläser sollten nur 3/4 befüllt werden, damit die Buds ausreichend Platz zum „Atmen“ haben und der Luftaustausch gewährleistet ist.
  2. Schüttle das Glas ein wenig. Sollten die Blüten zusammenkleben oder verklumpen, sind sie noch nicht trocken genug. Lass sie dann noch ein paar Tage trocknen.
  3. Stell die Gläser in einen dunklen Raum. Denn wie schon zuvor erwähnt, beschleunigt jegliches Licht den Abbau der Cannabinoide und Terpene.
  4. Der Lagerungsraum sollte eine Temperatur von ca. 21 Grad Celsius haben.
  5. Ideal ist es, wenn in den Gläsern eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 65 Prozent herrscht.

Am besten kontrollierst Du die Gläser in der ersten Woche zwei- bis dreimal am Tag und öffnest sie für ein bis zwei Minuten, damit ein Luftaustausch stattfindet. Besorge Dir ein Hygrometer und messe die Luftfeuchtigkeit. Beträgt diese mehr als 70 Prozent, lass die Gläser einige Stunden lang offenstehen, bis die Luftfeuchtigkeit wieder 60 bis 65 Prozent beträgt. Liegt die Luftfeuchtigkeit hingegen unter diesem Wert, reduziere das Lüften auf einmal am Tag.

Wenn Du feststellst, dass sich in den ersten Tagen auf der Innenseite der Gläser eine leichte Kondensation gebildet hat, nimm die Blüten wieder heraus und trockne sie noch ein paar Tage.

In der Regel sind die Buds nach zwei Wochen schon gut ausgehärtet. Für ein wesentlich besseres Ergebnis lohnte es sich jedoch, noch weiter Arbeit und Geduld zu investieren. Denn die meisten Grower lassen ihre Blüten vier bis achten Wochen aushärten. Ein noch optimaleres Ergebnis bekommst Du, wenn das Aushärten und Lüften fünf bis sechs Monate weiterführst, denn dann erreichen die Buds ihren wahren Höhepunkt.

Cannabisblüten schneller trocknen und aushärten?

Es ist durchaus verständlich, dass Du den Wunsch hegst, den Trocknungs- und Aushärtungsprozess zu verkürzen, um schneller Deine Buds genießen zu können. Doch Du wirst leider die Geduld aufbringen müssen, wenn Du vernünftige und qualitativ hochwertige Blüten haben möchtest.

Bitte komm nicht auf die Idee, Deine Buds im Backofen, in der Mikrowelle, im Dörrautomaten oder in der Sonne zu trocknen. Sicherlich wären Deine Blüten innerhalb kürzester Zeit trocken – und bereit für die Mülltonne. Denn die Hitze würde sämtliche Cannabinoide und Terpene zerstören.

Fazit

Nach dem Ernten Deiner Cannabisblüten bist Du noch längst nicht fertig. Jetzt kommt der wichtigste Prozess, damit Du ein qualitativ hochwertiges und geschmackvolles Endprodukt erhältst. Dafür musst Du allerdings noch etwas Arbeit und Geduld investieren.

Das Trocknen und Aushärten Deiner Cannabisblüten sind wesentliche Schritte nach der Ernte, um die Qualität zu sichern. Durch das Trocknen der Blüten in einem dunklen, gut belüfteten Raum, wo eine Temperatur von etwa 20 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent herrschen, wird die überschüssige Feuchtigkeit entfernt, was das Schimmelrisiko verringert und die Potenz und den Geschmack der Blüten verbessert.

Nach dem Trocknen folgt das Aushärten, bei dem die getrockneten Blüten in luftdichten Gläsern bei einer stabilen Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Das tägliche Öffnen der Gläser gewährleistet hier die wichtige Luftzirkulation. Dieser Prozess sollte mehrere Wochen andauern, weil dadurch die Raucheigenschaften, das Aroma und die Wirksamkeit der Blüten verbessert werden.